Drohnen – legal fast nur noch mit Haftpflichtversicherung

Die Nutzung sogenannter Drohnen – korrekt heißen sie je nach Zahl der Rotoren
Quadrocopter, Hexacopter oder ganz allgemein Multicopter – hat in den letzten
Jahren rasant zugenommen. Günstige Gerätepreise und technische Unterstützung
beim Fliegen, die bei ersten Probeflügen hilft, machen den Kauf interessant.
Leider häuft sich mit der zunehmenden Menge auch die Zahl von Rechtsverstößen, gefährlichen Situationen und Unfällen. Es müssen nicht unbedingt spektakuläre Fälle wie Beinahe-Zusammenstöße mit Passagierjets sein. Ärger kann es schon geben, wenn Nachbarn sich beobachtet fühlen oder wenn
eine Drohne beim Absturz Schäden anrichtet.

Haftung auch ohne Verschulden

Flugmodelle, dazu zählen auch Multicopter, sind Luftfahrzeuge nach §1 des Luftverkehrsgesetzes (LuftVG). Der Halter eines Flugmodells haftet ohne Verschulden, wenn durch den Betrieb ein Schaden entsteht (§33 LuftVG). Das ist genau wie beim Auto, verdeutlicht www.drohnenking.com. Wer eine besondere Gefahrenlage schafft, muss dafür geradestehen. Der Jurist nennt das Gefährdungshaftung. Der Drohnenpilot kann sich also weder auf eine Windbö berufen noch auf einen überraschenden Ausfall der Akkus. Schon seit 2005 besteht eine Versicherungspflicht (§43 LuftVG) unabhängig von Größe, Gewicht
oder Aufstiegshöhe. Auch wenn die Drohne bis zu einem Abfluggewicht von fünf Kilogramm genehmigungsfrei und bis zu einem Abfluggewicht von zwei Kilogramm ohne Sachkundenachweis genutzt werden darf, muss trotzdem eine Haftpflichtversicherung vorhanden werden. Das gilt sogar für Drohnen bis 250 Gramm, die nicht der Kennzeichnungspflicht unterliegen. Ausgenommen sind lediglich Spielzeuge, die nur in geschlossenen Räumen verwendet werden. Die Privathaftpflichtversicherung bietet oft keinen Schutz für Schäden durch motorgetriebene Flugmodelle. Hier sowie bei gewerblicher Nutzung ist der Abschluss einer Luftfahrt-Haftpflichtversicherung erforderlich. Diese wird mittlerweile auch als spezielle Drohnenversicherung angeboten.

Verordnung von 2017 weiterhin in Kraft

2018 ist die EU-Verordnung zur Festlegung gemeinsamer Vorschriften für die Flugsicherheit in Kraft getreten. In deren Anwendungsbereich fallen unter anderem alle unbemannten Luftahrzeuge, wozu auch Flugmodelle und Drohnen zählen. Die grundlegenden Bestimmungen müssen noch in deutsches Recht
umgesetzt werden. Bis dahin gilt die Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten von 2017 weiter. Sie regelt neben den bereits erwähnten Themen Kennzeichnung, Kenntnisnachweis und Erlaubnispflicht beispielsweise auch Betriebsverbote außer Sichtweite, an Flughäfen und über sensiblen Bereichen wie Unfallstellen, Menschenansammlungen, Verkehrswegen
und Wohngrundstücken.

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